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Hellmuth

Substanz · Alkaloid

Capsaicin (Capsicum annuum)

Werbung: Scharfstoff aus Chili für Stoffwechsel und Schmerzlinderung. Capsaicin als natürlicher Fatburner und Wärmespender.

Wirkung: Capsaicin aktiviert den TRPV1-Rezeptor, denselben Ionenkanal, der auf Temperaturen über 43 Grad reagiert. Das Gehirn interpretiert Capsaicin als Hitze, weil es denselben Kanal öffnet. Schärfe ist ein Schmerzsignal, das der Mund als Geschmack interpretiert.

Biochemisch nutzt die Schmerzmedizin genau diesen Mechanismus. Capsaicin-Pflaster (Qutenza, acht Prozent) desensibilisieren TRPV1-Rezeptoren bei neuropathischem Schmerz durch Substanz-P-Depletion. Eine einzige Anwendung von dreißig bis sechzig Minuten liefert Schmerzlinderung über drei Monate. Das ist kein Supplement, das ist ein zugelassenes Medikament.

Oral erhöht Capsaicin den Energieverbrauch über Aktivierung von braunem Fettgewebe und Thermogenese. Die Effektgrößen auf das Körpergewicht sind in Metaanalysen klein. Die Magenschleimhaut wird paradoxerweise geschützt, Capsaicin erhöht die Mukus-Sekretion und die Durchblutung der Magenwand.

Ein Schmerzsignal, das Schmerz heilt. Ein Scharfstoff, der den Magen schützt. Capsaicin widerspricht jeder Intuition und hat recht.

Quellen: Derry 2017, Ludy 2011

Vorkommen: Chili (Habanero), Cayennepfeffer, Jalapeño

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