Calcium
Werbung: Das Knochenmineral. Täglich supplementieren für starke Knochen und gesunde Zähne, besonders für Frauen ab der Menopause.
Wirkung: Calcium ist das häufigste Mineral im menschlichen Körper. Neunundneunzig Prozent stecken in Knochen und Zähnen. Das restliche Prozent reguliert Muskelkontraktion, Blutgerinnung und Nervensignalübertragung. Soweit das Etikett.
Die Supplementierung isolierter Calciumsalze ohne gleichzeitige Vitamin-D- und Vitamin-K2-Versorgung verschiebt Calcium in die Gefäßwände statt in den Knochen. Zwei Metaanalysen zeigen unter Calcium-Monosupplementation ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Bolland 2010 dokumentiert einen deutlichen Anstieg von Myokardinfarkten. Wer Osteopenie hat, bekommt Bisphosphonate verschrieben, die den Knochenabbau bremsen, ohne neuen Aufbau zu fördern.
Kaffee hemmt die Calciumresorption gemessen um bis zu achtzig Prozent. Wer morgens zwei Tassen trinkt und abends die Brausetablette nimmt, neutralisiert die Supplementierung am Vormittag. Der Verursacher bleibt unbeachtet.
Calcium fehlt selten. Es landet am falschen Ort. Ohne die Kofaktoren landet das Mineral am falschen Ort.
Literatur: Bolland 2010, Reid 2015
Nahrungsquellen: Mohn, Sesam, Mandeln