Beta-Carotin
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Wirkung: Beta-Carotin ist die größte Warnung in der Carotinoid-Pharmakologie. Die ATBC-Studie 1994 und die CARET-Studie 1996 mussten vorzeitig gestoppt werden, weil männliche Raucher unter Beta-Carotin-Hochdosis 18 bis 28 Prozent mehr Lungenkrebs entwickelten. Das ist keine Vitamin-Ergänzung, das ist eine Substanz mit dokumentiertem Schadenspotenzial bei Risikogruppen.
Der Mechanismus ist verstanden. In oxidativ belasteten Geweben kippt isoliertes Beta-Carotin von antioxidativ zu pro-oxidativ. Es bildet instabile Metabolite, die DNA-Schäden verstärken statt verhindern. Was im Reagenzglas als Antioxidans glänzt, wird im Raucher-Lungengewebe zum DNA-Toxin.
Die Lebensmittelmatrix ist davon nicht betroffen. Karotten und Spinat liefern Beta-Carotin im Kontext von Vitamin C, E und Tocotrienolen, die die pro-oxidative Kippreaktion abfangen. Wer Beta-Carotin isoliert nimmt, riskiert das, was die Karottensuppe gefahrlos liefert. Im Reformhaus steht eine Substanz, die in der Pharmakovigilanz als Schadensbeispiel geführt wird.
Quellen: ATBC 1994, Omenn 1996