Forschung · 2026-08-20 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Naloxon wirkt geschlechtsspezifisch auf Angstlernen
Das körpereigene Opioidsystem moduliert Furchtkonditionierung bei Männchen und Weibchen unterschiedlich, wenn man über Erstarren hinausschaut.
Ein Preprint auf bioRxiv, noch nicht peer-reviewed, testet den Opioidrezeptor-Blocker Naloxon an Sprague-Dawley-Ratten vor einer auditorischen Furchtkonditionierung. Fünf Milligramm pro Kilogramm intraperitoneal, danach 24 Stunden später der Abruf, gemessen wurden Erstarren, Fluchtsprints (»Darting«), Reaktion auf den Schock und Ultraschallvokalisationen. Bei Männchen erhöhte Naloxon das Erstarren zu Beginn und bei den ersten Tönen, während Weibchen langsamer auf den Schock reagierten und danach länger erstarrten. Darting und Vokalisationen blieben unter der Substanz unverändert, im Abruf verschwanden die Erstarr-Unterschiede weitgehend. Wer Furchtforschung jahrzehntelang auf das Erstarren von Männchen reduziert hat, hat die Hälfte der Tiere und den Großteil des Verhaltensrepertoires übersehen.
Das Opioidsystem schreibt Angst nicht in ein Register, sondern in mehrere. Welches liest, hängt vom Geschlecht ab.
Quelle: bioRxiv Neuroscience