Forschung · 2026-09-14 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Ketamin und Hirnstimulation greifen in dieselbe Frequenz
Ein Preprint aus medRxiv Psychiatry zeigt, dass Ketamin bei tiefer Hirnstimulation im subcallosalen Cingulum genau jenes Frequenzband verschiebt, das auch affektive Zustände markiert.
Die Autorinnen und Autoren werteten 5.907 Stunden bilateraler Ableitungen aus dem subcallosalen Cingulum von Patienten mit therapieresistenter Depression aus, darunter 47 Ketamin-Gaben und 485 patientengetriggerte Aufnahmen über 193 Tage. Nach jeder Gabe verschob sich die Aktivität konvergent in das schnelle 21–40-Hz-Band, während die langsamere 5–20-Hz-Komponente absank. Auffällig: Genau bei 23,44 Hz stieg die Aktivität bilateral an, und dieselbe Frequenz reagierte im Alltag rund fünfzehn Minuten vor gemeldeter Angst oder Traurigkeit, also bevor die Betroffenen selbst etwas benannten. Neutralen und positiven Zuständen folgten nur kleine Ausschläge, was auf eine asymmetrische Kopplung von Substanz und Affekt an dieselbe neuronale Schaltstelle deutet. Das ist ein Preprint ohne Peer-Review, an einer kleinen implantierten Kohorte, und die Kausalrichtung bleibt offen.
Der Antidepressiv-Effekt sucht sich keine eigene Adresse. Er mietet sich dort ein, wo die Stimmung ohnehin schon wohnt.
Quelle: medRxiv Psychiatry