Forschung · 2026-06-20 · unter 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Huntington beginnt im Fötus
Die Krankheit, die typischerweise erst in der Lebensmitte ausbricht, hinterlässt bereits im fetalen Striatum eine eigene Signatur.
Ein Preprint auf bioRxiv, also noch ohne Peer Review, vergleicht erstmals authentisches fetales Striatum mit nachgewiesener HTT-CAG-Expansion gegen eine alters- und geschlechtsgleiche Kontrolle. Per Einzelzell-RNA-Sequenzierung fanden die Autoren 2.032 differentiell exprimierte Gene, verteilt auf neun Zellcluster mit jeweils eigenem Störungsmuster. Teile der fetalen Signatur überlappen mit Transkriptionsänderungen, die bislang nur aus postmortem-Gewebe erwachsener Patienten bekannt waren. Das verschiebt Huntington vom klassischen Spätzerfall hin zu einer Erkrankung, deren molekulare Spur in der Hirnentwicklung beginnt, während sich klinisch jahrzehntelang nichts zeigt.
Die Mitte des Lebens ist nicht der Anfang der Krankheit, sondern der Moment, in dem sie sichtbar wird.
Quelle: bioRxiv Neuroscience