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Hellmuth

Forschung · 2026-07-29 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Halluzinationen bekommen einen Lautstärkeregler

Ein Preprint aus der Psychiatrie testet, ob Betroffene die Lautstärke ihrer Stimmen an einer Audiospur einstellen können, statt sie auf einer Skala anzukreuzen.

Auditive verbale Halluzinationen betreffen 60 bis 80 Prozent der Menschen mit Schizophrenie, gemessen werden sie bislang mit Likert-Skalen, die das Erleben in Zahlen von eins bis sieben pressen. Acht Teilnehmende mit Schizophrenie-Spektrum-Störungen justierten in der noch nicht begutachteten Studie einen Kopfhörer-Ton, bis er der Lautstärke ihrer inneren Stimmen entsprach, und füllten parallel die klassische Skala aus. Zwischen beiden Verfahren fand sich keine signifikante Korrelation, was die Autoren nicht als Widerspruch lesen, sondern als Hinweis darauf, dass die Skala etwas anderes misst als das Ohr. Sieben von acht berichteten, das Audiowerkzeug bilde ihr Erleben präziser ab und lasse es sich Ärzten überhaupt erst mitteilen, obwohl eine Stichprobe von acht Personen jede Verallgemeinerung sperrt. Bemerkenswert ist weniger das Ergebnis als die Verschiebung des Maßstabs: nicht die Klinik legt fest, wie laut eine Stimme ist, sondern der, der sie hört.

Die Psychiatrie hat Jahrzehnte damit verbracht, Innenwelten in Fragebögen zu übersetzen. Ein Drehregler ist die ehrlichere Sprache.

Quelle: medRxiv Psychiatry

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