News
Hellmuth

Forschung · 2026-06-28 · unter 1 Min.

Europas Cannabis ist nicht mehr das von 1995

Eine Übersichtsarbeit in Frontiers in Psychiatry verknüpft steigende THC-Gehalte mit der psychiatrischen Last in europäischen Versorgungssystemen.

Der Wirkstoffgehalt in Harzen und Blüten hat sich über zwei Jahrzehnte vervielfacht, während Konsummuster jünger und täglicher geworden sind. Die Autoren ordnen Psychosen, Angstbilder und Abhängigkeit nicht der Pflanze zu, sondern der Dosis pro Zug und der Frequenz. Versorgungssysteme reagieren uneinheitlich, weil Prävention national zersplittert ist und Liberalisierungsdebatten die Potenzfrage überlagern. Wo Modelle für Alkohol und Tabak längst Standard sind, fehlen sie für eine Substanz, deren Pharmakologie sich materiell verändert hat. Die Politik diskutiert noch das Cannabis ihrer Jugend, die Kliniken behandeln längst ein anderes Produkt.

Legalisierung ohne Potenzregulierung ist Drogenpolitik aus dem letzten Jahrhundert.

Quelle: PubMed E-Utilities · DOI: 10.3389/fpsyt.2026.1778831

← Alle Meldungen