Forschung · 2026-06-10 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Entzündung sagt Altersdepression voraus, Aspirin ändert daran nichts
Ein erhöhter Entzündungsmarker im Blut älterer Menschen erhöht das Risiko späterer depressiver Symptome, doch niedrig dosiertes Aspirin bricht diesen Zusammenhang nicht.
Eine Post-hoc-Analyse der ASPREE-Studie, bisher als Preprint auf medRxiv und damit ohne Peer Review, prüfte an älteren Erwachsenen ohne anfängliche depressive Symptome den Zusammenhang zwischen hsCRP im Plasma und späterer Symptomlast auf der CES-D-10. Pro Standardabweichung höherem hsCRP stieg die Chance erhöhter Symptome im Verlauf um sieben Prozent. Die randomisierte Zuteilung zu niedrig dosiertem Aspirin gegen Placebo veränderte diesen Zusammenhang nicht, das Interaktions-Odds-Ratio lag bei 1,02. Entzündung bleibt damit ein robuster Marker für Altersdepression, während die populäre Hypothese, Cyclooxygenase-Hemmung könne diesen Pfad kappen, in der bislang größten geeigneten Kohorte verpufft. Wer im niedriggradig entzündeten Körper nach der Stimmung sucht, findet sie, nur die Tablette nicht, die das Signal abdrehen würde.
Das Entzündungsparadigma der Depression überlebt. Sein billigster Therapieversprechen-Zweig stirbt leise.
Quelle: medRxiv Psychiatry