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Hellmuth

Forschung · 2026-09-18 · 1 Min.

Ein Avatar gegen die Flasche

Digitale Alkoholtherapie bekommt ein Gesicht, und die Studienlage soll das Gesicht rechtfertigen.

Im Journal of Medical Internet Research erscheint eine randomisierte kontrollierte Studie zur App Echo V2.0, die Patienten mit Alkoholkonsumstörung über einen virtuellen Agenten begleitet. Der Ansatz verlagert das therapeutische Gegenüber vom Menschen auf eine animierte Figur, die im Smartphone wohnt und keine Sprechstunde kennt. Getestet wird, ob dieser Ersatz überhaupt Reduktion erzeugt, gemessen an Trinktagen und Konsummengen. Die Publikation reiht sich in eine Welle digitaler Interventionen ein, deren Wirksamkeit selten die Schwelle klinischer Relevanz überschreitet, obwohl die Zulassungsmärkte längst gebaut sind. Bemerkenswert ist weniger das Ergebnis als die Verschiebung, die es besiegelt: Suchtbehandlung wird zum Software-Release.

Wer den Menschen durch einen Avatar ersetzt, hat den Menschen bereits abgeschrieben. Die Flasche steht danach immer noch da.

Quelle: PubMed E-Utilities · DOI: 10.2196/91065

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