Forschung · 2026-10-07 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Drei Kleinhirne, drei Schizophrenien
Ein Preprint zerlegt die Schizophrenie anhand des Kleinhirns in drei räumlich und zeitlich getrennte Verlaufsformen.
Das Kleinhirn galt in der Schizophrenieforschung lange als Randnotiz, zuständig für Motorik, nicht für Psychose. Ein noch nicht begutachtetes Preprint auf medRxiv dreht diese Hierarchie um, indem es MRT-Daten von 1.588 Erkrankten und 2.341 Kontrollen aus 17 Zentren durch einen Subtyping-Algorithmus laufen lässt. Die graue Substanz schrumpft in drei getrennten Mustern, die jeweils in einem anderen Läppchen beginnen und sich von dort ausbreiten, repliziert an zwei unabhängigen Stichproben mit zusammen 1.864 weiteren Patienten. Jeder Subtyp zeigt eigene morphologische, transkriptomische und verhaltensbezogene Signaturen, womit die Diagnose Schizophrenie weniger eine Krankheit beschreibt als eine Sortierkategorie. Für Psychiatrie und Pharmakologie heißt das, dass Studien, die alle Erkrankten in einen Topf werfen, ihre eigenen Negativergebnisse produzieren.
Wer drei Krankheiten als eine behandelt, mittelt sich die Wirkung weg.
Quelle: medRxiv Psychiatry