Forschung · 2026-08-09 · 1 Min.
Die Dosis, an der Angst sich löst
Nagermodelle zeigen, dass Psychedelika die Furchtlöschung nur in einem schmalen Dosisfenster verstärken.
Die quantitative Synthese im Journal of Psychopharmacology bündelt Tierdaten zu Psilocybin, LSD, DMT und Ketamin in Extinktionsparadigmen. Wirksam ist nicht die maximale Dosis, sondern ein enges Zwischenmaß, unterhalb dessen nichts geschieht und oberhalb dessen der Effekt kollabiert. Höher wird nicht besser, weil dieselben Rezeptorsysteme, die Neuroplastizität öffnen, bei Überreizung Angstkonsolidierung begünstigen. Das Ergebnis widerspricht der klinischen Intuition, mit der psychedelische Therapien derzeit dosiert werden, in denen Erlebensintensität als Wirkstoffmaß dient. Wer die Dosis am subjektiven Trip kalibriert, kalibriert am falschen Signal.
Die Sweet Spots liegen tiefer, als das Marketing der Renaissance suggeriert. Was als Heldenreise verkauft wird, ist pharmakologisch ein Feinschliff.
Quelle: PubMed E-Utilities · DOI: 10.1177/02698811261464979