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Hellmuth

Forschung · 2026-08-15 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Der Hippocampus tritt ab, aber nicht allein

Ein Preprint verschiebt die Landkarte der Erinnerung und macht den entorhinalen Cortex zum eigentlichen Schaltmeister alter Gedächtnisinhalte.

Die klassische Konsolidierungstheorie sagt, dass Erinnerungen mit der Zeit vom Hippocampus in kortikale Netze wandern, wobei der präfrontale Cortex den Ton angibt. Eine noch nicht begutachtete Arbeit auf bioRxiv legt nahe, dass diese Erzählung zu schmal ist. Die Autoren kartierten in Mäusen den Abruf von Objekt-Ort-Erinnerungen über die Lebensspanne und schalteten einzelne Schaltkreise gezielt aus. Einen Monat alte Erinnerungen hängen am lateralen entorhinalen Cortex zusammen mit CA1 und CA3, während sechs bis zwölf Monate alte Erinnerungen ein breiteres Netz aus lateralem und medialem entorhinalen Cortex, anteriorem cingulären Cortex und CA1 rekrutieren. Dass die Konsolidierung nicht linear vom Hippocampus wegläuft, sondern den entorhinalen Cortex als Drehscheibe behält, verschiebt die Frage, wo Alterung des Gedächtnisses tatsächlich ansetzt.

Alt wird die Erinnerung nicht, indem sie den Hippocampus verlässt. Sie wird alt, indem sie mehr Zeugen braucht.

Quelle: bioRxiv Neuroscience

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