Forschung · 2026-09-14 · unter 1 Min.
Der einsame Wellenschlag
Im schlafenden Kortex reisen langsame Wellen normalerweise durchs Gewebe, doch bei Tau-Pathologie bleiben sie stehen.
Langsame Wellen im Tiefschlaf konsolidieren Gedächtnisinhalte, indem sie als Front über den Kortex wandern und dabei Areale synchronisieren. Bei Patienten mit Tau-Ablagerungen, dem molekularen Kennzeichen der Alzheimer-Pathologie, verlieren diese Wellen ihre Reichweite und verharren lokal. Die Autoren nennen sie »lonely, nontraveling«, gemessen intrakraniell während chirurgischer Ableitungen. Je höher die Tau-Last, desto stationärer die Welle und desto schlechter die Gedächtnisleistung am Folgetag. Schlaf sieht auf dem Polysomnogramm intakt aus, während er als kognitive Funktion längst zerfällt.
Gedächtnis stirbt nicht im Wachen. Es stirbt nachts, während der Schläfer nichts davon merkt.
Quelle: Nature Neuroscience