Forschung · 2026-06-14 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Alzheimer hat eine zweite Schrift
Nicht welche Proteine im Gehirn liegen, sondern wie sie chemisch beschriftet sind, korreliert mit Plaques, Tangles und kognitivem Verfall.
Ein Preprint auf bioRxiv, also noch ohne Peer Review, vermisst posttranslationale Modifikationen im präfrontalen Kortex von 101 Verstorbenen aus dem Rush Memory and Aging Project per Massenspektrometrie. Bekannt war, dass Acetylierungen und Phosphorylierungen an APP und MAPT die klassischen Ablagerungen mitformen. Neu ist der Befund einer Acetylierung an APP-K687, die mit der Amyloid-Last korreliert, sowie über zwanzig weitere, bislang unbeschriebene Modifikationsstellen an anderen Proteinen, deren Signaturen sich mit Tau-Bündeln und Gedächtnisleistung decken. Die Kinase-Anreicherungsanalyse, die rückrechnet, welche Enzyme diese Markierungen gesetzt haben könnten, zeigt auf einen kleinen Kreis möglicher Schalter. Das verschiebt die Diagnostik weg vom reinen Proteinzählen hin zur Lektüre einer chemischen Annotationsschicht, die bislang als Rauschen durchging.
Was Alzheimer schreibt, steht nicht nur im Text. Es steht in den Rändern.
Quelle: bioRxiv Neuroscience