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Hellmuth

HELLMUTH · 2026-08-25 · 1 Min.

RTDs kippen die Premiumisierungslogik

Der teuerste Drink pro Portion wächst am schnellsten, und das ausgerechnet in der Dose.

Trading up hieß jahrzehntelang, vom Standard zur Reserve zu greifen, vom Blend zum Single Malt, vom Sekt zum Champagner. Ready-to-drink Cocktails haben diese Treppe abgeräumt. Sie führen laut BevNet den höchsten Durchschnittspreis pro Portion aller Spirituosen-Kategorien und legen zugleich am stärksten zu. Wer eine Dose Paloma für sechs Euro kauft, zahlt pro Milliliter Alkohol mehr als für eine Flasche Mittelklasse-Tequila, aus der er dieselbe Paloma selbst mixen könnte.

Die Prämie fließt nicht mehr in Alter, Herkunft oder Fasslager, sondern in Bequemlichkeit, Portionierung und Design. Das ist eine strukturelle Verschiebung, weil sie die Erzählung entwertet, mit der Premium-Spirituosen ihren Aufpreis begründen. Handwerk, Terroir, Reifezeit gelten weniger als die Tatsache, dass jemand anders schon geschüttelt hat. Die Marken, die diese Welle reiten, sind selten die traditionellen Häuser, sondern Newcomer, die Dose als Format ernst nehmen und nicht als Notlösung für den Späti.

Premium heißt jetzt: weniger Aufwand, nicht mehr Substanz. Die Branche, die drei Jahrzehnte lang Reifezeit verkauft hat, verkauft ab jetzt eingesparte Minuten.

Quelle: BevNet

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