HELLMUTH · 2026-08-09 · 1 Min.
Laufen wird zur Getränkekategorie
Südkorea hat das Läuferpublikum in ein Sortiment übersetzt, und Südostasien zieht nach.
Sport war für Getränkemarken lange ein Sponsoring-Thema, kein Produktversprechen. Das kippt gerade in Seoul. Isotonik, Elektrolyte, Recovery-Shots werden dort nicht mehr als Nische im Fitnessregal geführt, sondern als eigene Kategorie entlang der Lauf-Route positioniert: vor dem Start, unterwegs, danach.
Treiber sind Laufclubs, urbane Marathons und Formate wie Hyrox, die den Lauf in ein soziales Ritual mit Uhrzeit, Uniform und Nachbereitung verwandeln. Wer dreimal die Woche mit derselben Gruppe läuft, kauft, was die Gruppe trinkt. Mini Me Insights liest darin eine Blaupause für Vietnam, Thailand und Indonesien, wo dieselben Clubstrukturen entstehen und die Regale noch offen sind.
Interessant ist, was die Kategorie leise mitverschiebt. Bier verliert in dieser Zielgruppe seinen Platz als Feierabendgetränk an alkoholfreie Funktionsdrinks, ohne dass jemand das Wort Verzicht in den Mund nehmen muss. Der Laufclub erledigt die Umerziehung, die zwei Jahrzehnte Gesundheitskampagne nicht geschafft haben.
Laufen verkauft keine Getränke mehr, es sortiert sie.
Quelle: Mini Me Insights