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Hellmuth

HELLMUTH · 2026-06-22 · 1 Min.

Kreatin verlässt das Eiweißregal

Was jahrzehntelang in Plastikdosen für Hantelträger lag, drängt jetzt in Dosen für alle anderen.

Kreatin galt als Pulver, das in Shaker gehört, nicht in Getränke. Die Stabilität war das Problem, das Pulver klumpt, in Flüssigkeit zerfällt es, der pH-Wert kippt. Genau diese Hürde fällt gerade, weil neue Formulierungen das Molekül in Suspension halten und Hersteller Functional Drinks darauf bauen. Damit wandert eine Substanz aus dem Bodybuilding-Eck in den Kühlschrank des Büroangestellten, der jetzt Muskelaufbau trinkt, ohne je zur Hantel zu greifen. Die Studienlage zu Kognition und Erschöpfung ist dünner als das Marketing suggeriert, die Effekte auf Muskel und Kraft hingegen real und gut belegt. Was als Sportergänzung firmierte, wird zum Lifestyle-Wirkstoff, und der Markt lernt, dass die Zielgruppe nicht im Studio steht, sondern am Schreibtisch sitzt. Die Dosis bleibt das Rätsel: drei bis fünf Gramm täglich braucht es für einen Effekt, eine 250-Milliliter-Dose liefert das selten.

Kreatin im Getränk verkauft nicht den Stoff, sondern die Erlaubnis, ihn ohne Schweiß zu konsumieren.

Quelle: Beverage Daily

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